Der Initiativpreis
Der Initiativ-Preis ist undotiert.
Er wird überwiegend an jene Menschen –
an „Nicht-Honoratioren“ – vergeben,
die niemals damit rechneten,
dass die Normalität ihrer Leistung irgendwie
gewürdigt wird.
Natürlich hätten viel mehr Mitmenschen eine solche Anerkennung verdient.
Du kennst jemand – oder eine Gruppe, die,
in diesem Sinne, Preis-würdig wäre?
Dann sende doch, bitte, ein
„unfrisiertes Feedback“.
Wenn die Laudatien 400 Seiten gefüllt haben,
entsteht daraus ein neues Buch.
Als PDF schenke ich es allen,
die es haben möchten
wenn es fertig ist.
Inhaltsverzeichnis:
Sylvis & Raiwis
Goldene Hochzeit.
In guten und in schwierigen Tagen.
Was ist Glück?
Sylvi hat natürlich einen ordentlichen Namen, nämlich Sylvia
und Raiwi heißt Rainer – mit „a-i“.
Darauf legt er besonderen Wert.
Die Seminargruppe kennt beide aber nur als
Sylvi & Raiwi.
Sylvi, Jahrgang 1950, und Raiwi, Jahrgang 1947, lernen sich 1966 an der Ostsee kennen.
Als Helfer in einem Kinderferienlager. Sie half in der Küche. Er half beim Betreuen der Kinderchen.
Am 16. Mai 1970 heiraten sie.
Intelligent, fleißig und strebsam sind beide.
Beide waren zum Studium zugelassen. Sie studiert Finanzökonomie, er Ingenieur-Pädagogik.
Ihre Berufs-Laufbahn beginnt in einem
Steuerbüro, seine in einem volkseigenen Betrieb, in der Abteilung „Maschinelles Rechnen“.
Schon 1971 können sie sich beide beruflich verbessern.
Beide finden Arbeit in einem großen volkseigenen Betrieb für Kunststoff-Halbzeuge. Besonders Raiwis Karriere geht steil nach oben.
- Abteilungsleiter Rechentechnik,
- ab 1975 Abteilungsleiter Arbeits-Ökonomie,
- ab 1980 Haupt-Abteilungsleiter Ökonomie und
Stellvertretender Betriebsteil-Direktor.
Dieser Betriebsteil beschäftigte Hunderte von
Mitarbeiterinnen & Mitarbeitern, war sicher nicht marode und ist bestimmt nicht schlecht gelaufen.
Dann kam die Wende.
Der Betrieb wurde abgewickelt. Massenentlassungen
zerstörten massenhaft berufliche Existenzen.
Sylvis & Raiwis Existenz stellten da keine Ausnahme dar. Sie war weg.
Die Bau-Abteilung des Betriebes wurde ausgelagert und privatisiert.
Zu spät holten sie sich Raiwi als Geschäftsführer. Ein Kundenkonkurs führte zur Insolvenz, die Raiwi abzuwickeln hatte. Er fand eine Auffanggesellschaft, in die er die Kolleginnen & Kollegen überführen konnte.Dann war auch diese Gesellschaft am Ende.
Und Sylvi?
Der ehemalige Betrieb verfügte über eine eigene Reinigungs-Brigade, die ebenfalls „abgewickelt und freigesetzt“ wurde.
Mit der Brigade gründete Sylvi eine Reinigungsfirma. Anfangs mit gutem Erfolg. Es entstand sogar eine Filiale.
Aber zunehmend kam es zu Preisunterbietungen.
Im Osten tobte die raubtierartige
Lohndrücker-Phase.
Sylvi fehlte das Talent zum Raubtier.
Das brachte das Ende für ihren Reinigungsbetrieb.
1997 gründete Raiwi seine eigene Bau-Firma.
Zunächst befasste die sich mit allgemeinem Eigenheimbau,
spezialisierte sich aber zunehmend auf den Bereich Fliesen, in der Hoffnung, dass in dieser Nische der Preiskrieg nicht so heftig tobt.
Sylvi fungierte als Raiwis Sekretärin.
immer mehr um ihre Existenz kämpften.
Von notwendigen betrieblichen Gewinnspannen war kaum noch die Rede.
Irgendeiner konnte es immer noch billiger.
So schien es als Glücksfall, dass Raiwi von einem
Generalunternehmen einen Großauftrag erkämpfen konnte.
Ein Millionenauftrag für Fliesen- und Natursteinarbeiten für ein Großobjekt. Natürlich spitz gerechnet.
2008 waren Insolvenzverwalter überbeschäftigt.
- Es musste alles recht zügig gehen. Also:
- Haus weg.
- Drei Lebensversicherungen weg.
- Alles unter Wert.
- Aber dessen Honorar hat gestimmt.
Bauleiter, arbeitete mit Sub-Unternehmern und nutzte alte Kontakte.
Ein Call-Center betreibt Menschen-verachtende Verschwendung von Menschenleben zu Billig-Löhnen.
In einem Call-Center verkaufte ein ehemals Langzeit-Arbeitsloser, der sieben Fremdsprachen sprach, Flugtickets für eine Fluggesellschaft. .
Ausbeutung & Selbstausbeutung gehörten zur
Profitagenda dieser Firmen. 2011 war Sylvi gesundheitlich am Ende und wurde ein Jahr krankgeschrieben. Danach fand sie, bis zur Rente 2015 Arbeit als Bürokraft in einem Malerbetrieb.
Nun wohnen sie in der alten Dorfschule neben
der Kirche.
Mit Gartennutzung. – So viel dazu.
Aber das ist noch längst nicht alles über
Sylvi & Raiwi.
Denn das, was ich bis hierhin vortrug, ist typisch, wie wir
unsere Mitmenschen taxieren.
„Dem geht’s gut, der hat viel Knete. Der kann sich viel mehr leisten, als wir“. Unsere Haben-orientierte Gesellschaft taxiert nach Einkommens-Gruppen.
Mit dem glücklichen Sein scheint das genauso zu sein, wie mit den Raubtier-Riten.
Es überträgt sich auf andere.
Oder Sylvi, die bei den Damen meistens die Beste ist.
Da fehlt diese Aura glücklicher, meist fröhlicher Menschen.
Denn das ist die zweite Seite von
Sylvi & Raiwi.
Ihre glückliche Seite. – Das ist ihre Familie.
1970 wurde Andreas geboren, Sandra 1975,
Britta 1979.
Ihre Familie mit ihren drei Kindern ist immer so etwas wie eine Familie geblieben.
1995 heiratete Sandra René. Ihr Nachwuchs:
zwei Kinder.
2009 folgten Britta & Marc auch mit zwei Kindern.
Mit drei Kindern folgten Andreas & Marlen 2010.
Ob das Absicht oder glücklicher Zufall war, – die Familien von Sylvies & Raiwis Kindern wurden nicht in alle Teile Westdeutschlands verstreut, wie es vielen Ost-Familien erging.
Lohndrücker des Ostens haben viele junge Leistungsträger in den Westen getrieben.
Deren Kinder werden im Westen geboren.
Und bleiben da.
Der Osten altert überdurchschnittlich.
Aber Sylvies und Raiwis „Clan“ blieb zusammen. Und ihr „Clan“ hielt zusammen. Eben wie eine große Familie.
Das gilt bestimmt nicht nur für Familienfeiern. – Da aber auch. Wenn der Kern allein schon aus 15 Mitgliedern besteht, müssten rein rechnerisch 1,25 Geburtstags-Feiern pro Monat stattfinden.
Dann kommen Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Muttertag, Herrentag und sonstige Anlässe dazu. Zum Beispiel Grillfeten oder gemeinsame Urlaubsreisen.
Ja, man könnte über Sylvi & Raiwi noch sehr viel erzählen. Die menschlich „noch intakte Dorfgemeinschaft“, was viele Dorfgemeinschaften im Osten kennzeichnet.
Oder Raiwis begnadeten grünen Daumen, der seinen Garten zum Schmuckstück verwandelte.
Oder Sylvis Entwicklung von der Küchenhilfe damals, zur Meisterköchin.
Was wohl dazu geführt hat, dass bei keinem „Clan-Mitglied“ Magersucht oder Unterernährung zu befürchten ist.
Diese Laudatio, liebe Sylvi, lieber Raiwi, ist eine Welt-Premiere.
Nämlich das erste Kapitel meines neuen Buches.
Diese Kapitelüberschrift lautet:
„Sylvi & Raiwi. – In guten und in schwierigen Tagen.
– Was ist Glück?“
Ja, was ist Glück?
Zu Euern Glück gratulieren wir Euch.
Und natürlich zu Euern gemeinsamen fünfzig Jahren.
Wir wünschen euch viele weitere gemeinsame Jahre
in Glück, Gesundheit und guten Zeiten.
Anlässlich der Vorstellung des von ihm initiierten Lieferketten-Gesetzes am 12. Februar 2021
verleiht meine Initiative
Herrn
Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung
Dr. Gerd Müller
ihren undotierten Initiativ-Preis und würdigt
damit seine Leistungen.
Laudatio
„Es ist höchste Zeit,
dass wir vom Reden zum Handeln kommen.“
meine in Gründung befindliche Initiative verleiht Ihnen den undotierten Initiativ-Preis
- für das „Lieferketten-Gesetz“ für elementare
Menschenrechte in der Wirtschaft, um das Sie jahrelang kämpfen mussten, - für das weitblickende Projekt eines „Marshall-Planes für Afrika“,
- für das von Ihnen initiierte staatliche Qualitätssiegel „Der grüne Knopf“, das im September 2020 einjährigen Geburtstag feierte,
- und für Ihr wunderbares neues Buch
„Umdenken – Überlebensfragen der Menschheit“.
Da stellt man am 15.10.2020 – nichts Gutes ahnend – das Blaue Sofa des ZDF an – und vernimmt Töne, dass man sofort nachprüft, ob das tatsächlich das ZDF ist.
„Niemand hat das Recht auf Wohlstand,
aber jeder ein Recht auf ein Leben in Würde.
Dr. Gerd Müller spricht über:
„Ausbeutung von Mensch und Natur“ –
„Profit durch Kinderarbeit“ –
„15.000 Hungertote täglich ist Mord“ –
„ein paar Eurocent Hungerlohn pro Arbeitsstunde für Näherinnen ist Ausbeutung pur.
Moderne Sklaverei.“ –
„Steigende Rüstungsausgaben und gekürzte Mittel
gegen Hunger.“ –
„Eine Welt ohne Hunger ist möglich.
Es fehlt am politischen Willen der Herrschenden.“
Dr. Gerd Müller stellt sein neues Buch vor.
„Umdenken – Überlebensfragen der Menschheit“.
Jener Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Dr. Gerd Müller, der im September 2020 – zu meinem großen Bedauern – ankündigte, nicht mehr für den Bundestag zu kandidieren.
Zu oft gehen die Besten und die anderen bleiben.
Durch meine scharfe Brille betrachtet, kommt in diesem Buch kapitalistisch-neo-liberaler Ungeist als Ursache unhaltbarer irdischer Zustände zu kurz. Jean Ziegler ist da deutlicher.
Aber ich habe Verständnis dafür.
Denn dieses wichtige Buch richtet sich – vielleicht primär – an ein Publikum der breiten Mitte und versucht zu überzeugen.
Überzeugen bedeutet ja nicht „verschrecken“.
Obwohl die Fakten, die Sie – wiederholt & beharrlich – ansprechen,
verschreckend genug sind.
Statt laudierter Sprüche erlaube ich mir im Folgendem
einige „Müller-Zitate“.
„Wenn ich mir die europäische Ratssitzung gestern in Luxemburg anschaue, wo wir
über Gender-Probleme
diskutieren und das Flüchtlingsthema fast keine Rolle spielt, dann frag ich mich schon,
was ist jetzt auf der europäischen Agenda?“
(Quelle Wikipedia- Dr. Gerd Müller.)
„Wir brauchen einen Paradigmenwechsel und müssen begreifen, dass Afrika nicht der Kontinent billiger Ressourcen
ist, sondern die Menschen dort Infrastruktur und Zukunft benötigen.“
„Deswegen sage ich auch: Hunger ist Mord.
Denn der Planet hat die Ressourcen, 10 Milliarden Menschen zu ernähren.
Internationale Studien zeigen: mit einer grünen Agrarrevolution und Investitionen von jährlich
14 Milliarden Dollar zusätzlich
durch die Industrieländer lässt sich das Ziel in den nächsten 10 Jahren erreichen.
Das ist viel, aber machbar, wenn der
Wille da wäre.
Katar baut für viele Milliarden Dollar klimatisierte
Fußballstadien in der Wüste, was ich für einen Irrsinn halte.
2.000 Milliarden Dollar gibt die Welt jährlich für Rüstung & Verteidigung aus.
Gemeinsam mit vielen Hilfsorganisationen
kämpfe ich dafür, das zu ändern. ….“
(Quelle Hans-Seidel-Stiftung 6.11.2020)
“ Wir besiegen die Pandemie weltweit – oder gar nicht.“
„Wo ist das europäische Pandemie- und Recovery-Programm für unsere unmittelbare Nachbarschaft
in Afrika oder Nahost?
Milliarden Euro hat Brüssel zur Bekämpfung der
Coronakrise beschlossen – davon geht aber
kein einziger zusätzlicher Eurocent in die
Stabilisierung von Entwicklungsländern.
Dort hat das Virus bereits eine dramatische Hunger- und Wirtschaftskrise ausgelöst.
Experten schätzen, dass allein in Afrika eine Million
Menschen zusätzlich an Malaria, Aids und anderen
Erkrankungen sterben könnten, weil es keine Medikamente gibt und Impfkampagnen nicht stattfinden.
Dazu kommt Hunger, weil Lieferketten ausgefallen sind und dort Arbeitsplätze über Nacht wegbrechen.
Dutzende Länder stehen so kurz vor dem Staatsbankrott. Wie Tunesien oder der Libanon, der 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge
aufgenommen hat.
Es liegt in unserem ureigenen Interesse,
dass wir diese Länder direkt vor unserer Haustür stabilisieren. – Deutschland hat mit einem weltweiten 3-Milliarden Sofortprogramm gehandelt.
Notwendig wäre jetzt ein europäisches Stabilisierungs- und Wiederaufbauprogramm mit mindestens 50 Milliarden Euro
an Krediten und Hilfen für die am härtesten von der
Krise betroffenen Entwicklungsländer. ….“
(Quelle Hans-Seidel-Stiftung 6.11.2020)
Durch den Marshallplan mit Afrika entsteht eine
Partnerschaft zwischen Afrika und Europa,
die weit über eine projektbezogene
Entwicklungszusammenarbeit hinausgeht.
„….Afrika ist eine Jahrhundertaufgabe für Europa. Wir brauchen eine Zusammenarbeit in völlig neuer Dimension.
Da geht es um faire Handelsbeziehungen, den globalen Klimaschutz und einen Compact gegen den wieder zunehmenden Hunger und Armut.
Außerdem müssen wir Migration regeln und begrenzen, gleichzeitig aber auch legale Wege der
Zuwanderung aufzeigen. ….“
„…. Und Europa sollte durch die Gründung einer eigenen Investitions- & Entwicklungs-Bank eine neue Qualität der wirtschaftlichen Zusammenarbeit entwickeln.
Aber vor allem geht es um eine grundlegende Veränderung der europäischen Politik…..„
(Quelle Hans-Seidel-Stiftung 6.11.2020)
Die Situation im Flüchtlingslager Moria
auf der griechischen Insel Lesbos.
„Ich habe die unsäglichen Zustände selbst gesehen und meine Erkenntnisse nach Brüssel weitergegeben.
Die Katastrophe war ja absehbar: 15.000 Menschen lebten dort eingepfercht in einem Flüchtlingsgefängnis, das für 3.000 geplant war.
In Zuständen, wie ich sie in keinem afrikanischen Lager je gesehen habe.
Moria ist kein Flüchtlingslager, sondern ein Gefängnis.
Kaum ein Lager der Welt hat schlechtere
Lebensbedingungen. Das ist eine Schande für Europa. ….“
„…. Moria muss aber vor allem ein Weckruf sein, damit die grundsätzlichen Fragen europäischer Asylpolitik endlich angegangen werden. ….“.
„….Die Menschen kommen ja nicht ohne Grund.
Nur wenn sich ihre Perspektiven in der Heimat verbessern,
werden Flüchtlinge den gefährlichen Weg nach Europa nicht mehr auf sich nehmen.
Ich halte es daher geradezu für fatal, dass genau da für die nächsten sieben Jahre die Mittel in
der EU gekürzt werden…..“
(Quelle Hans-Seidel-Stiftung 6.11.2020)
„Klimaschutz ernst nehmen heißt:
Wir müssen nicht nur im eigenen Land handeln, sondern vor allem unser Engagement für den globalen Klimaschutz massiv ausbauen. Denn Klimaschutz ist eine Überlebensfrage der Menschheit.“
„Der internationale Klimaschutz ist neben der
Welternährung
die Überlebensfrage der Menschheit.
Ob wir die Erderwärmung stoppen können, entscheidet sich maßgeblich in Afrika.
Dort haben 600 Millionen Menschen noch keine
Steckdose.
Wenn alle Strom auf Basis von Kohle bekommen,
müssten hunderte Kohlekraftwerke gebaut werden – mit dramatischen Folgen für uns alle.
Weltweit sind über 800 dieser Klimakiller bereits im Bau oder in Planung.
Das zusätzliche CO2 könnte man in Europa auch durch noch so konsequente Maßnahmen gar nicht einsparen.
Die Antwort muss daher ein ehrgeiziges Investitionspaket der EU für den Ausbau erneuerbarer Energie in Afrika sein.
Die EU sollte dazu ihren Green Deal um eine
Afrika-Komponente erweitern, um dort erneuerbare Energien und klimaneutrale Kraftstoffe zu fördern.
Wir zeigen derzeit in Marokko, dass es geht und errichten die erste großtechnische Anlage, um mit der Sonne Afrikas günstig grünen Wasserstoff und Methanol zu produzieren. Das benötigen wir dringend für die weltweite Verkehrs- und Energiewende.
Die deutsche Wirtschaft könnte so einen vollkommen neuen Zukunftsmarkt erschließen. Das schafft Arbeitsplätze – auch bei uns – und wäre ein sehr wirksamer Beitrag zum Klimaschutz.
Deswegen müssen wir Entwicklung viel stärker als Investition in unsere eigene Zukunft sehen…..“
(Quelle Hans-Seidel-Stiftung 6.11.2020)
„Die Ausbeutung von Mensch und Natur
sowie Kinderarbeit
darf nicht zur Grundlage einer globalen Wirtschaft und unseres Wohlstandes werden.“
Start des UN-Jahrs gegen Kinderarbeit:
Minister Müllerfordert rasche Einigung beim Lieferkettengesetz.
„Die Corona-Krise ist eine Katastrophe für viele Kinder: Derzeit können 320 Millionen Kinder nicht zur Schule.
Nach Schätzungen der UNESCO werden 24 Millionen nicht mehr in die Schulen zurückkehren, sondern müssen arbeiten und das Überleben ihrer Familien sichern.
Schon vor der Pandemie mussten über 70 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen schuften, auch für unsere Produkte.
Das ist moderne Sklaverei.“
„Es ist höchste Zeit, dass wir beim Thema Kinderarbeit endlich vom Reden zum Handeln kommen“, so Müller weiter.
„Wir müssen das Lieferkettengesetz jetzt zügig auf den Weg bringen – um Kinderarbeit zu stoppen und
Menschenrechtsstandards für deutsche Produkte
sicherzustellen.
75 % der Deutschen, die Verbraucherzentralen,
fast 100 Unternehmen und jetzt auch 70 Ökonomen
fordern ein solches Gesetz:
‚Made in Germany‘ soll nicht nur für gute Qualität stehen, sondern auch für faire Produktion…..“
„…. Zur Bekämpfung von Kinderarbeit fördert das
Entwicklungsministerium nachhaltige Liefer- und
Wertschöpfungsketten weltweit und setzt sich für ein
verstärktes Engagement aller ein. Zum Beispiel durch die Förderungen von gemeinsamen
Initiativen der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik
(Multi-Stakeholder Initiativen) wie dem Forum nachhaltiger Kakao, dem Bündnis für nachhaltige
Textilien oder dem staatlichen Siegel Grüner Knopf. ….“ (Quelle: BMZ-ticker. – 21.1.2021)
Zunehmende Kinder- und Zwangsehen erschweren
Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung.
Zum Internationalen Tag gegen weibliche
Genitalverstümmelung am 6. Februar erklärte Bundesminister Gerd Müller:
„Wir müssen diese frauenverachtende Praxis stoppen.
200 Millionen Mädchen und Frauen leiden weltweit unterweiblicher Genitalverstümmelung.
Das ist eine schwere Menschenrechtsverletzung mit
lebenslangen schwerwiegenden körperlichen und
psychischen Folgen für die betroffenen Mädchen und Frauen.
Sie kann zu Unfruchtbarkeit, Komplikationen bei der Geburt, schweren Depressionen bis hin zum Tod führen. ….“
„…. Schon vor der Krise ging der Kampf gegen diese
grausame Ritual viel zu langsam voran“, so Müller weiter. „Die Corona-Pandemie verschärft die Lage weiter. Die Lockdowns verhindern wichtige Aufklärungsarbeit.
Hinzu kommt eine dramatische Hunger- und Wirtschaftskrise: Eine Folge ist, dass Mädchen aufgrund von Armut vermehrt in Zwangs- oder Kinderehen gedrängt werden.
Nach Schätzungen der VN könnten aufgrund der Coronakrise bis zu 13 Millionen zusätzliche Kinder- und Zwangsehen bis 2030 geschlossen werden.
Hotspots sind Sudan, Eritrea, Ägypten, Somalia, Mali, Guinea und Sierra Leone.
In den besonders betroffenen Ländern investiert das
Bundesentwicklungsministerium derzeit fast vier Millionen Euro zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung,
etwa zur Schulung von Mitarbeiterinnen staatlicher
und zivilgesellschaftlicher Organisationen und
durch Informationskampagnen in den Dörfern.
Denn in vielen Familien ist dieGenitalverstümmelung
Voraussetzung für die Eheschließung. ….“
(Quelle: BMZ-ticker. – 6.2.2021)
„Ein paar Cent Stundenlohn, lebensgefährliche
Arbeitsbedingungen, das ist nicht nachhaltig.
Oder mitanderen Worten:
Das kann so nicht weitergehen.“
„Wir genießen den Kaffee aus Brasilien, laufen täglich auf den Pflastersteinen aus Indien – und
in den Batterien unserer Autos und Handys stecken Kobalt und Coltan aus dem Kongo.
Wir hierzulande profitieren davon, dass Menschen weltweit unter solch verheerenden Bedingungen arbeiten.
Niemand von uns wäre auch nur einen Tag bereit,
die Jobs des globalen Südens zu übernehmen.
Und wir profitieren unmittelbar:
Dieses vermeintlich funktionierende und vielen Generationen vertraute System der Externalisierung produziert inzwischen Schäden und Kosten, die nicht mehr nur weit weg anfallen, sondern zunehmend auf uns zurückfallen, beispielsweise beim Klimawandel.
Wir dürfen nicht länger zulassen, dass unser Wohlstand aufgrund von Ausbeutung von
Mensch & Natur erkauft ist!
Wir müssen menschenwürdige Arbeit und den Erhalt
natürlicher Lebensgrundlagen weltweit durchsetzen:
Das ist die soziale Frage des 21. Jahrhunderts!“
(Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung)
Dem Optimismus Ihres Buches folgend:
Sehen Sie auch Chancen für eine Neuorientierung, für ein „Umdenken“?
„Ja. Entscheidend ist, dass wir aus der Krise jetzt die
richtigen Konsequenzen ziehen und umdenken in Politik, Wirtschaft und Konsum. Die Herausforderungen sind gewaltig, aber lösbar.
Ein Beispiel: Jede Woche wächst die Weltbevölkerung um die
Größe Münchens. Im Jahr ist das einmal die Größe
Deutschlands. Gleichzeitig ist die Zahl der Menschen, die in extremer Armut leben, seit 1990 um 1,3 Milliarden Menschen gesunken.
Durch Stärkung der Gesundheitssysteme wurde die
Kindersterblichkeit mehr als halbiert. Polio und Masern sindfast ausgerottet. Gab es
vor 30 Jahren noch 350.000 Polio- Fälle,
sind es aktuell nur noch 61.
Die Coronakrise macht jetzt zwar viele Fortschritte zunichte. Das bewegt mich sehr.
Meine Überzeugung ist aber weiterhin, dass wir umsetzbare Lösungskonzepte haben. Das ist auch Schwerpunkt meines neuen Buchs „Umdenken“,
wo ich diese konkret aufzeige.
Das stimmt mich auch optimistisch, dass wir die aktuellen Herausforderungen meistern können.“
(Quelle: Hans-Seidel-Stiftung 6.11.2020.)
Meine Initiative, lieber Herr Dr. Müller, vergibt ihren
undotierten Initiativ-Preis an engagierte Mitbürgerinnen & Mitbürger, die im Geiste des urchristlichen Prinzips des „liebe deinen Nächsten, wie dich selbst“ für andere Menschen
tätig sind oder waren –
und auf der Grundlage des Humanismus und im Geiste der Demokratie der Aufklärung, wie sie in der
Französischen Revolution ihre Ausprägung gefunden haben, handeln oder handelten.
Mein Stiftungspreis soll solche Mitmenschen ehren, die keine Honoratioren sind – und die sonst niemand ehrt. Die aber oft genug in ihrem Denken – und auch im Handeln – weiter sind als viele Honoratioren, weil sie nicht von
irgend welchen Lobbyisten gebremst werden.
Sie, lieber Herr Dr. Müller, haben die Ausnahme von dieser Regel verdient.
Denn mit Ihrem Handeln haben Sie erste Pflöcke gesetzt, wo vorher Wildnis war.
Ja, es ist ganz klar, dass am Anfang eines Weges das Endziel noch nicht erreicht ist.
Dass solche Wege lang – und oft zu lang – sind,
ist auch bekannt.
„Der Jahrestag des Grünen Knopfs fällt in ein
schwieriges Jahr.
Die Coronakrise und ihre Auswirkungen auf die Textilindustrie
zeigen aber auch klar: Wir brauchen einen grundlegenden
Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit und globaler
Verantwortung.
Umso mehr freut es mich, dass 50 Vorreiter-Unternehmen
diesen Weg konsequent gehen.“
(Dr. Müller – Ein Jahr grüner Knopf)
Seit Jahren verfolge ich das Gerangel um Ihr
Lieferkettengesetz.
Dieses wichtige Gesetz wäre ja nicht das Erste, das Intensiv-Lobbyismus in die Versenkung transportiert.
Und wie man hört, haben das einige Parteifreunde im Bundestag vor.
Entwaldungsfreie Lieferketten wären ebenso dringend notwendig, wie solche von der Ölförderung bis zur Jeansproduktion, sagen Sie bei Ihrer Buchvorstellung.
Die „lächerliche Sorge“, die Bremser bewegt lautet:
„Ein Dollar mehr für eine Jeans kann einen ganzen
Wirtschaftszweig ruinieren.“
Aber eine Verdoppelung des Monatslohnes einer Näherin von 61 auf 120 Euro kann dazu führen, dass sie nicht mehr hungrig nähen müsste – und ihre Familie vielleicht auch mal satt würde.
(Quellen: Focus-online; DW-„Vollzeit-Näherin für 61 Euro im Monat)
„Niemand von uns wäre auch nur einen Tag bereit, die Jobs des globalen Südens zu übernehmen.
Und wir profitieren unmittelbar.“ (Quelle: Dr. Müller)
Auch wenn dann dieses Gesetz, das Sie am
12. 2. 2021 mit vorstellten, mehrfach weich gewaschen war, habe ich mich zu dieser Ehrung entschlossen, obwohl die Gründungs-Phase meiner Initiative noch nicht ganz abgeschlossen ist.
Sie hat sich – Corona bedingt – etwas verzögert.
Es gibt so manches,
zu dem ein Papst Franziskus – auch so ein einsamer Mahner in einer eiskalten Zeit – sagt,
„Ihr müsst lauter werden“.
Deswegen gründet man eine solche Initiative.
Deswegen haben wir hier eine Gruppe, die sich „Oldies for future“ nennt, die die „Fridays for future“ der Enkel und deren so wichtigen Ziele unterstützt.
Und mit denen man gegen Nazi-Unrat demonstriert, den es in Deutschland, nach einem so verheerenden Krieg, „nie wieder geben wird“. –
Irren und Vergesslichkeit waren immer schon menschlich.
Verbunden mit diesem Initiativ-Preis ist mein Dank – sicher auch der Dank Vieler –
für Ihr Reden in Klartext und Ihr Handeln;
in der Hoffnung, dass Sie nach Ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag
nicht zu leise werden.
